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London – Teil 3 – Greenwich

Einer unserer ersten Ausflüge führte uns in den südöstlichen Londoner Stadtteil Greenwich. Ihm sieht man sehr deutlich an, dass es sich früher um eine kleine Stadt handelte. Greenwich ist ein Weltkulturerbe der UNESCO und unbedingt einen Besuch wert. Wir fuhren mit der Fähre hin und bewunderten auf dem Weg, wie viele moderne Gebäude auf beiden Seiten der Themse in den letzten Jahrzehnten gebaut wurden.

Im östlichen Teil befindet sich das Royal Naval College, die Marineakademie, die erst als Wohnheim für ehemalige Seeleute diente. Später wurden hier Offiziere ausgebildet, auch im zweiten Weltkrieg. 1959 wurde die Abteilung für Nukleare Forschung und Technologie der Marine inklusive einem Forschungsreaktor in dem barocken Gebäude untergebracht. Heute werden einige Gebäude von der University of Greenwich genutzt und das alte Hospital vom Trinity College of Music.

Im National Maritime Museum werden rund 2 Millionen Exponate aus der Seefahrt aufbewahrt, damit gilt es als das größte Museum für Seefahrtsgeschichte der Welt. Da wir uns nicht so für Seefahrt interessierten, zogen wir es vor, gleich auf den Hügel des Greenwich Parks hinauf zu steigen. Der Park gehört zu den königlichen Parks. Oben befindet sich das Royal Greenwich Observatory, heute ebenfalls ein Museum. Hier verläuft der Nullmeridian, der für die Greenwich Mean Time relevant ist.

Außerdem kann man einen Wildpark besuchen, sich im Teehaus stärken und das Planetarium besuchen. Wir verzichteten auf alle diese Aktivitäten und genossen lieber die wunderbare Aussicht.

Unseren Besuch in Greenwich schlossen wir im Innenstadtbereich ab. Der Stadtteil wirkt wie ein Dorf, besitzt viele Pubs, zwei Theater und einen Überdachten Marktplatz. Zwei Besonderheiten sind der Klipper Cutty Sark, eines der schnellsten Segelschiffe des 19. Jahrhunderts, der hier als Museumsschiff vor Anker liegt und ein Fußgängertunnel, der unter der Themse hindurch zum nördlichen Ufer, der Halbinsel Isle of Dogs, führt.

Greenwich lässt sich per U-Bahn, Zug, Bus oder mit der Fähre erreichen.

London – Teil 2 – The London Eye, das Riesenrad

Eine unserer ersten Aktionen war der Besuch des London Eye, des Riesenrads am Themse-Ufer. Man erreicht es am besten durch die U-Bahn-Stationen Westminster oder Waterloo. Verfehlen kann man es eigentlich nicht, denn mit einer Höhe von 135 Metern ist es gut zu sehen.

Das Londoner Riesenrad The London Eye
Das Londoner Riesenrad The London Eye
Ich hatte ein bisschen Sorge, weil ich unter Höhenangst leide und bei normalen Riesenrädern schnell in Panik gerate, vor allem, wenn es schaukelt. Die Gondeln des London Eye sind jedoch fest ans Rad montiert, da schwankt gar nichts. Es ruckelt auch nicht beim Anhalten, denn einmal in Betrieb hält das Rad nicht an. Es bewegt sich so langsam, dass die Zeit unten ausreicht, um alle Gäste aussteigen und die nächsten einsteigen zu lassen. Eine ganze Umdrehung dauert etwa 30 Minuten.

Aber beginnen wir am Anfang. Man kann die Eintrittskarten online oder an der Tourist Information vorher buchen, das empfiehlt sich, wenn man am Wochenende oder in der Ferienzeit fahren will. Vorab gebuchte Tickets sind manchmal auch billiger. Vor 11 Uhr ist es noch relativ leer und unter der Woche ebenfalls. Im Juli und August muss jedoch immer recht viel los sein. Wir waren Ende März am Freitag Morgen um kurz nach 10 Uhr am Ticketschalter, da war die Wartezeit sehr kurz. Wir haben den regulären Preis von 18,90 £ für mich und 15 £ für meinen Vater (Senior) bezahlt. Ich empfehle übrigens unbedingt die Anschaffung des 1 £ teuren 360° mini guide, das ist eine faltbare runde Karte, die einem zeigt, welche Gebäude man vom London Eye aus sieht.

Vor der Fahrt mit dem Riesenrad kann man noch kostenlos die 4-D-Experience mitmachen. Vor einem Green Screen ist es möglich, ein Foto aufnehmen zu lassen, das aussieht, als sei man bereits in der London-Eye-Gondel. Danach muss man etwas warten, bis man Einlass ins 3-D-Kino bekommt. Dort wird ein sehr werbewirksamer Film über ein kleines Mädchen gezeigt, das mit seinem Vater London besucht, dort auf eine Möwe aufmerksam wird, und dann setzt der 3-D-Effekt ein und man fliegt mit der Möwe über London. Die vierte Dimension bilden Windstöße, die man beim Flug erlebt, Gerüche, wenn man nach Chinatown kommt, kleine Wassertropfen, wenn Blütenblätter und andere Dinge herunterfallen usw. Sehr schön gemacht und unbedingt empfehlenswert, vor allem wenn man noch nie einen 3- oder 4-D-Film gesehen hat.

Danach geht es hinaus. Man hat die Möglichkeit teurere Tickets zu buchen, bei denen man die Warteschlange umgehen kann. Da es aber sehr leer war, kamen wir auch mit der normalen Eintrittskarte sofort an die Reihe. Die Taschen werden grob durchsucht und man wird gefragt, ob man spitze Gegenstände, Alkohol oder explosive Substanzen bei sich hat. Kinderwagen müssen zusammengefaltet werden, nicht klappbare Kinderwagen und große Gepäckstücke dürfen nicht mit an Bord.

Wenn es leer ist, wie bei uns, werden nur wenig Personen pro Gondel eingelassen, bei uns waren es, glaube ich, sechs. Da hat man viel Platz, hin und her zu gehen, Fotos zu machen und alles zu bewundern. Mindestens drei Personen kommen in eine Gondel. Zu Stoßzeiten sind es bis zu 28 Gästen. Kein Wunder, denn 3,5 Millionen Besucher genießen den Ausblick auf London vom London Eye aus pro Jahr.

Ja, was soll ich sagen – die Fahrt war wunderschön, wir hatten gutes Wetter, wenn auch etwas diesig. Bei klarem Wetter kann man bis zu 40 Kilometer weit gucken. Aber auch so gibt es so viel zu sehen! Eine Stadt mit 8 Millionen Einwohnern hat einiges zu bieten und ich konnte mich gar nicht sattsehen.

Man kann übrigens das London Eye auch nutzen, um Kindergeburtstage oder sogar Hochzeiten zu feiern, Weinproben zu machen oder Firmenfeiern zu bereichern.

London – Teil 1 – Flug mit Air Berlin von Düsseldorf nach Stansted Airport

Das Leben hält oftmals angenehme Überraschungen parat. So lud mich neulich mein Vater zu einer kleinen Reise nach London ein. Ein verlängertes Wochenende von Donnerstag bis Montag sollte sein – genug Zeit, um sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten anzusehen. Oder auch nicht, denn man könnte wahrscheinlich einen Monat lang täglich acht Stunden durch London marschieren und es gäbe immer noch genug anzusehen, denn im Vergleich zu deutschen Städten ist die englische Metropole im zweiten Weltkrieg kaum zerstört worden.

Mit diesem kleinen Flugzeug flogen wir von Düsseldorf nach London
Mit diesem kleinen Flugzeug flogen wir von Düsseldorf nach London

Der Air-Berlin-Flug ging von Düsseldorf zum ziemlich außerhalb liegenden Londoner Flughafen Stansted. Von Köln aus fuhren wir mit dem Zug, da wählt man nach Düsseldorf die Preisstufe 5, wenn man ein normales VRS-Ticket kaufen möchte, mit dem kann man dann auch in Köln und Düsseldorf jeweils die entsprechenden Busse und Bahnen nutzen. Das ist möglich, da VRS (der Verkehrsverbund in dem Köln sich befindet) und VRR (der für Düsseldorf zuständige Verkehrsverbund) kooperieren.

Mit der S-Bahn S11 kommt man direkt am Flughafen an, mit dem Regionalexpress aber nicht, da muss man dann den Skytrain nehmen, eine Art Schwebebahn, die regelmäßig vom Bahnhof “Düsseldorf Flughafen” über die verschiedenen Parkhäuser bis zu den Terminals fährt.

Am recht großen Düsseldorfer Flughafen wurden wir nach dem Checkin lange Gänge entlang geschickt, dann war die eigentliche Kontrolle geschlossen und wir mussten eine Treppe hinauf, wieder durch viele Gänge gehen, uns der Kontrolle unterziehen, eine Treppe hinunter steigen und nochmal eine lange Strecke zurücklegen, bis wir endlich am Gate waren.

Ich empfehle daher dringend, sehr rechtzeitig am Flughafen zu sein, vor allem, wenn man nicht gut zu Fuß ist. Die Entfernungen, die man dort zurück legt, kosten richtig viel Zeit, auch wenn man flott geht. Vom kleineren Kölner Flughafen bin ich das überhaupt nicht gewöhnt.

Um zum Bus zu gelangen, der uns zum Flugzeug fuhr, mussten wir eine recht lange Treppe hinunter gehen, auch wieder nicht gerade behindertengerecht. Aber egal, wir waren ja gut zu Fuß und machten Scherze, dass wir nun, nach der Besichtigung der Parkhäuser vom Skytrain aus auch die verschiedenen Flughafengebäude anschauen konnten, weil der Bus uns quer über das Gelände fuhr.

Zu unserer Überraschung wartete eine kleine Propellermaschine auf uns, die uns dann in einem Flug ohne Besonderheiten nach Stansted brachte.

Dort mussten wir durch ein Gebäude laufen, einen Bus zum nächsten Gebäude nehmen und schließlich unser Gepäck in Empfang nehmen.

Stansted Airport im Nordosten Londons wird hauptsächlich von Ryan Air und EasyJet genutzt
Stansted Airport im Nordosten Londons wird hauptsächlich von Ryan Air und EasyJet genutzt

Der Flughafen befindet sich weit außerhalb der Stadt und es gibt mehrere Möglichkeiten nach London zu gelangen. Eine Verbindung mit der Untergrundbahn oder dem regulären Busnetz gibt es nicht. Stattdessen fährt der Stansted Express Zug in etwa 45 Minuten zum Londoner Bahnhof Liverpool Street. Da man hier aber pro Person 22 £ bezahlen muss, bietet es sich an, eine der zahlreichen Buslinien zu wählen. EasyBus ist mit 8,50 £ pro Person besonders günstig und fährt recht regelmäßig zur U-Bahn-Station Baker Street, Fahrtdauer: ca. 75 Minuten. Andere Busse sind meistens länger unterwegs, da sie mehr Zwischenstopps einlegen.

Wir fuhren mit einem kleinen und nur mäßig gut klimatisierten Bus. Eigentlich kann man nicht über den Service klagen, vor allem bei dem Preis. Schlimmer waren die Mitfahrer, weil sich zwei Damen lauthals unterhielten, vor allem die eine redete ohne Unterlass und so laut, dass es kaum möglich war, nicht zuzuhören. Als der Fahrer dann noch das Radio einschaltete, wurde es recht nervig.

Baker Street ist eine mittelgroße Haltestelle und wir kauften dort zwei Oystercards – darüber mehr in einem der nächsten Artikel über das Londoner U-Bahn-System.

Zurück wählten wir übrigens doch den teuren Stansted Express, da wir zur Baker Street zweimal umsteigen mussten und es in der Londoner U-Bahn nicht ohne Treppensteigen geht, was mit Koffern doch sehr mühsam ist.