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Campingplatz Hattingen – zwischen Naturidylle und Industrie

Meine Wahl fiel auf den Campingplatz “Ruhrbrücke” in Hattingen, weil ich meine Zelt-Ausrüstung vorher in Herne einkaufen wollte und der Zeltplatz dann nicht weit entfernt sein sollte. Außerdem musste er mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Fürs erste Zelten auf eigene Faust hätte ich mir nichts besseres aussuchen können.

Die Betreiber wohnten im Haus direkt auf dem Grundstück und waren somit jederzeit ansprechbar. Sie wiesen mich sehr freundlich ein, und auch beim Auschecken lief alles schnell und unkompliziert.

Meine Wiese auf dem Campingplatz Ruhrbrücke in Hattingen
Meine Wiese auf dem Campingplatz Ruhrbrücke in Hattingen

Der Platz selbst besteht aus zwei großen Wiesen, direkt an der Ruhr. Man hat also ein unvergleichlich schönes Panorama, da die Ruhr hier einen kleinen See bildet und auf dem anderen Ufer viel Grün und ein hübsches Gebäude zu sehen sind. Allerdings liegt der Platz in unmittelbarer Nähe zur Ruhrbrücke – das geht nicht ohne Verkehrslärm. Auf der kleineren Wiese, die sich unmittelbar neben der Brücke befindet, hat man aber noch einen ganz anderen Sound, denn die Ruhr ist hier in mehrere Straßen eingeteilt, zwei für Ruderboote, eine als Fischtreppe. Die vielen Steine dort sorgen für lautes Wascherrauschen, das die Verkehrsgeräusche fast übertönt. Ich konnte dabei gut schlafen.

Die sanitären Anlagen sind sauber und gut in Schuss. Allerdings ist es etwas merkwürdig, sich in der Toilette im Vorraum Toilettenpapier abreißen zu müssen, um es dann in die Toilette mitzunehmen. Ich glaube auch kaum, dass das Papier spart, weil man doch eher mehr mitnimmt, als man wirklich braucht. Duschen kostet einen EUR und man gibt bei der Endabrechnung selbst an, wie oft man geduscht hat.

In fünf Minuten Fußweg erreicht man eine Straßenbahnhaltestelle, die nördlich bis Bochum führt und südlich in die Hattinger Innenstadt (zwei Stationen). Man ist also optimal angebunden, um die umliegenden Ruhrgebietsstädte zu erkunden, z. B. Essen und Bochum. Aber auch Hattingen selbst ist unbedingt mindestens einen Besuch wert, die gut erhaltene Altstadt und die vielen Cafés und Restaurants sind ausgesprochen einladend.

Direkt vom Platz aus bieten sich viele Spaziergänge an der Ruhr entlang an. Ausflugsziele in der näheren Umgebung gibt es ebenfalls genug, z. B. den Kemnader See und Haus Kemnade, eine schöne Wasserburg mit Biergarten und diversen Ausstellungen. Technikfans können sich vielleicht für das Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen oder das Bergbau-Museum Bochum begeistern.

Fazit: Mindestens für einen Kurzurlaub ein toller Platz, vor allem, wenn man nicht absolute Stille benötigt.

Campingplatz Ruhrbrücke
Ruhrstr. 6
45529 Hattingen
Tel.: (02324) 80038
http://www.camping-hattingen.de/

Zubehör zum Campen: Selbstaufblasende Isomatte und anderes

Das ist die A400 von Quechua - sehr bequem
Das ist die A400 von Quechua - sehr bequem

Ebenso wie mein Zelt (siehe http://reiseausflug.blog-haus.net/2010/09/wurfzelt-quechua-2-seconds-air-preiswert-praktisch-und-absolut-regendicht/) kaufte ich auch das restliche Zubehör zum Campen bei Decathlon in Herne, denn dort gibt es eine unglaublich reiche Auswahl an Camping- und Sport-Zubehör in guter Qualität zu günstigen Preisen. Man wird nett beraten, kann alles vor Ort ausprobieren und außerdem ist eine Probebahn vorhanden, auf der man vom Fahrrad über Inliner bis zum Waveboard alle möglichen Fortbewegungsmittel austesten kann.

Das wichtigste sind meiner Meinung nach eine Isomatte und ein Schlafsack. Einen Schlafsack habe ich schon seit vielen Jahren, der ist auch schön warm. Eine normale Isomatte dagegen sollte es nicht sein, sondern eine aufblasbare, die nicht nur gut gegen Kälte isoliert, sondern auch schön bequem ist. Schließlich bin ich schon 45 Jahre alt und mein Rücken auch – da gibt es das eine oder andere Zipperlein. Ich hatte mir vorher im Internet zwei Matten ausgesucht, die in Frage kamen, ebenfalls von Quechua wie das Zelt. Die eine war die A300 für 25,90 EUR mit den Maßen 58 cm breit, 195 cm lang und 4,5 cm dick. Das andere war die A400 für stolze 69,00 EUR, aber dafür 7 cm dick und 5 cm breiter als die andere.

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Werbung: Qualitäts-Isomatten bei Outdoortrends.de

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Im Laden probierte ich erst die dicke Matte aus und konnte es kaum glauben: Normalerweise spüre ich an der Hüfte sofort den harten Untergrund, aber hier lag ich fast wie in meinem Bett. Die dünnere schien mir auch recht bequem, aber ich glaube, das Ventil war kaputt, denn ich bekam sie nicht stärker aufgeblasen und so war sie doch deutlich unbequemer als die andere. Ich entschied mich also für die dicke A400. :-)

So dick ist meine Isomatte, wenn sie sich selbst aufgeblasen hat - noch keine 7 cm, aber schon sehr ordentlich
So dick ist meine Isomatte, wenn sie sich selbst aufgeblasen hat

Apropos aufblasen: Diese Isomatten blasen sich bis zu einem gewissen Maße selbst auf – auf dem Bild ist zu erkennen, wie weit meine das tut. Nur beim ersten Mal muss man ihr etwas helfen. Später reichen dann ein paar weitere Atemstöße (meist ist von 4 Mal pusten die Rede) und man hat ein kuscheliges Bett.

Diese Isomatte hält natürlich wunderbar warm, denn neben Luft befindet sich doch auch viel Schaumstoff in ihr, das Material auf der Oberseite ist sehr angenehm und überhaupt nicht rutschig, so dass man wahrscheinlich auch auf schiefem Untergrund mit einem außen glatten Schlafsack gut schlafen könnte. Auch wenn man direkt drauf liegt, fühlt es sich eher wie Stoff an und nicht wie irgendein Kunststoff. Im Laden wird sie zusammengerollt und in einer Kunststofffolie verkauft, aber mit eingerollt ist ein Beutel, in dem sie transportiert werden kann.

Das aufblasbare Kissen von Quechua und Campingbesteck
Das aufblasbare Kissen von Quechua und Campingbesteck

Bei Decathlon erstand ich außerdem ein ultraleichtes aufblasbares Kissen für 5 EUR, das allerdings ziemlich knistert, wenn es nicht voll aufgeblasen ist, zwei kleine Mikrofaserhandtücher ca. 30 x 50 cm groß für je 2,90 EUR und das schicke Besteckset aus Kunststoff für 2,95 EUR – das Messer ist sogar recht scharf und schneidet Tomaten. Schließlich noch eine Zeltplane 2 x 2,50 Meter groß für 7 EUR, die ich einmal gefaltet unter das Zelt legte – wenn rechts und links jeweils 10 cm fehlen, ist es ja egal, wichtig sind meiner Meinung nach die Stellen, an denen die Matratze liegt und an denen man in der Mitte herumkrabbelt.

Links:

Decathlon (Filialen und Online-Store): http://www.decathlon.de
Quechua: http://www.quechua.com/de/
Bericht über mein Zelt: http://reiseausflug.blog-haus.net/2010/09/wurfzelt-quechua-2-seconds-air-preiswert-praktisch-und-absolut-regendicht/

Wurfzelt Quechua 2 Seconds Air – preiswert, praktisch und absolut regendicht

Seit langem spiele ich mit dem Gedanken, mir ein Zelt zuzulegen, schließlich lassen sich so günstige Urlaube bewerkstelligen und mehr Urlaub für weniger Geld – das ist doch wirklich ein überzeugendes Konzept. Zudem sind viele Campingplätze wunderschön gelegen, z. B. direkt an Badeseen.

Während ich für längere Ferien mit meinem Freund unbedingt ein Zelt mit Stehhöhe haben will sowie mit einem großen Vorraum, in den Tisch und Stühle passen, damit man auch mehrere Regentage ohne Nervenzusammenbrüche im Zelt verbringen kann, reicht für mich allein ein kleiner heimeliger Unterschlupf.

Das Quechua 2 Seconds Air II
Das Quechua 2 Seconds Air II

Ein gewisser Komfort sollte aber schon sein und so kam ich nach langer Recherche auf die französische Marke Quechua, die Zelte und andere Artikel rund ums Wandern, Camping, Bergsport usw. herstellt. Obwohl die Produkte sagenhaft günstig angeboten werden, berichten Nutzer, dass sie trotzdem von hoher Qualität sind, und das kann ich nur bestätigen.

Ich entschied mich für das Quechua 2 Seconds Air II für 69,00 EUR.

“2 Seconds” steht dabei für die Zeit, die das Zelt zum Aufbau braucht und das ist tatsächlich wahr: Man holt es aus seiner kreisrunden Tasche und wirft es hoch oder lässt es los. Schon faltet es sich von selbst auseinander (daher der Name Popup Zelt, der ebenfalls gern für diese Wurfzelte benutzt wird) und man muss es höchstens noch auf seinen Boden stellen, falls auf der Seite gelandet ist. Theoretisch ist es jetzt bereits nutzbar, wenn es nicht windig ist und man selbst gleich hineinkrabbelt. Normalerweise wird man aber die mitgelieferten Heringe (11 Stück sind dabei) nutzen, um das Zelt an seinen vier Ecken zu befestigen und dann nochmal mit den vier ebenfalls beiliegenden Abspannseilen zu stabilisieren.

Hier nochmal von hinten, dort ist eine kleine Lüftung und jetzt sind auch die seitlichen Lüftungsklappen geöffnet
Hier nochmal von hinten, dort ist eine kleine Lüftung und jetzt sind auch die seitlichen Lüftungsklappen geöffnet

Das “Air” im Namen steht für ein spezielles Belüftungssystemn. Es hat an beiden Seiten Klappen, die sich öffnen lassen, dann dringt durch die großen Mosquitonetz-Fenster im Innenzelt natürlich mehr Luft ein. Dreht man das Zelt nun entsprechend zur Windrichtung, hat man auch in heißen Nächten einen schönen Durchzug. Auch die Tür des Innenzelts hat oben noch ein Mosquitonetz-Fenster und an der gegenüberliegenden Seite befindet sich ebenfalls eine kleine Lüftung.

Die römische II schließlich steht für die Personenanzahl, die Platz findet. Quechua weist in seinen Texten darauf hin, dass man das Zelt lieber eine Nummer größer kaufen soll, als angegeben, aber 2 Personen haben gut Platz im IIer Zelt, allerdings passt dann kein großes Gepäck mehr hinein. Durch die große Eingangstür kann jeder Bewohner auch nachts jederzeit “austreten”, ohne über den anderen klettern zu müssen. Für mich mit meinem Gepäck war natürlich wunderbar viel Platz. Innen hat man offiziell 1,40 x 2,25 m Platz, allerdings flacht es ja zum Eingang und zur Kopfseite hin sehr ab, so dass man am Ende gerade mal flaches Gepäck oder Kleidungsstücke unterbringen kann. Das 2 Seconds Air gibt es auch für 3 Personen.

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Werbung: Marken-Wurfzelte von Gelert bei Outdoortrends.de

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Das Quechua 2 Seconds Air besteht aus einem Innenzelt mit Boden, das seitlich zwei große Mosquitonetzfenster hat und auch in der “Tür” ist oben Mosquitonetz angebracht. Das Außenzelt hat nochmal eine Tür. In der ersten Nacht hatte ich die äußere Tür oben aufgelassen, um herausgucken zu können, da wurde es allerdings zwischen den Zelten relativ feucht, die Tropfen perlten dann am Innenzelt außen herunter. Außerdem war es recht kühl. In der zweiten Nacht schloss ich beide Eingänge komplett, da blieb es trotz Dauerregen wunderbar warm und trocken und es gab auch keine Kondensation am Innenzelt. Wenn ich lüften wollte, tat ich das über die Außenklappen, die man auch von innen öffnen und schließen kann.

Sehr praktisch sind die vier Innentaschen im Zelt, in denen man Kleinkram verstauen kann.

Dieser kleine Vogel bemerkte nicht, dass ich ihn beobachtete und fotografierte
Dieser kleine Vogel bemerkte nicht, dass ich ihn beobachtete und fotografierte

Übrigens eignet sich das Zelt auch hervorragend, um Tiere zu beobachten, nämlich durch das Mosquitonetz-Fenster in der Innentür. Hier kann man auch einen Spalt öffnen, um die Kamera durchzuschieben. In einem Busch vor meinem Zelt saßen verschiedene Vögelchen in 1,50 Meter Abstand, die mich nicht bemerkten.

Den etwas komplizierten Abbau sollte man sich vorher unbedingt auf dem Video angucken und am besten auch mal üben. Wenn man das Zelt in einem Decathlon-Store kauft, kann man das dort tun. Es kann auch nicht schaden, dass Video z. B. auf dem Handy abzuspeichern, um es vor Ort nochmal anzuschauen. Im Netz wimmelt es von Berichten von verzweifelten Campern, die entweder Stunden damit verbrachten, ihr Zelt wieder einzupacken oder es (meistens die preiswerteren Varianten für 39 EUR) sogar in ihrer Verzweiflung auf dem Campingplatz zurück ließen. Wenn man aber weiß wie es geht, dann ist man in maximal 10 Minuten damit fertig. Erstmal einmal um das Zelt gehen und die Heringe herausziehen, dann die Spannleinen entfernen, beide in ihre Fächer in die zum Zelt gehörige Tasche packen – das ist wie bei anderen Zelten.

Danach “faltet” man das Zelt auf eine ganz bestimmte Weise zusammen. Dieser Zusammenklapp-Vorgang dauert zwei Minuten, wenn man alles richtig macht. Auch wenn die einzelnen Teile nicht perfekt geklappt sind, passt das Zelt in die Tasche. Man braucht etwas Kraft und ein unerschütterliches Vertrauen, dass nichts zerbrechen kann, sonst traut man sich nicht, das Zelt so in diese Form zu pressen. Und hier nun das Video, das diesen Vorgang zeigt:

Zu verbessern gäbe es meiner Meinung nach drei Kleinigkeiten. Obwohl ich nur 1,61 m klein bin, stieß ich im Sitzen doch an die Decke des Innenzelts, die relativ locker herunter hängt. Für meinen Geschmack könnte es also ein winziges Bisschen höher sein. Es ist an der Stirnseite ein einziger Haken angebracht, an den man ein nasses Handtuch oder ähnliches hängen kann, davon könnte es ruhig ein paar mehr geben. Bei Regen wird es im Zelt nass, wenn die Tür offen ist und man hinein und heraus klettert – da wäre irgend eine Art von Regenschutz über der Tür toll.

Sonst ist es ganz und gar wunderbar und ich freue mich schon auf viele schöne Campingausflüge damit. Hier können die Zelte von Quechua bestellt werden und man gelangt auch zu den verschiedenen Decathlon Stores in Deutschland, die die Quechua-Produkte vertreiben:
http://tente.quechua.com/de/zelte/r-8,a-60,tente-2-seconds-air-ii.html

Caravan Salon in Düsseldorf 2010 – Wohnmobile und Wohnwagen satt

Zum ersten Mal habe ich in diesem Jahr die Caravan Salon in Düsseldorf besucht. Ich selbst bin Laie auf dem Gebiet, interessiere mich seit einiger Zeit aber sehr dafür. Auch die Nachbarmesse Tour Natur über Wandern und Trekking stand auf meiner Tagesordnung.

12 EUR kostete das Tagesticket für beide Messen, wobei die Tour Natur nur am Schluss-Wochenende der Caravan Salon stattfindet. Hier präsentierten sich Wanderregionen – sicherlich mit dem Schwerpunkt auf Deutschland, aber auch Länder und Regionen wie Luxemburg, der Gardasee oder verschiedene Mittelmeerinseln. Außerdem wurde Wanderkleidung präsentiert, die teilweise um mehr als 50 % vom regulären Preis heruntergesetzt war. Auch Kanus waren zu sehen, eine kleine Kletterwand für Kinder, Zelte und so manches andere.

Vor allem die ganz winzigen Wohnwagen erfreuten sich großer Beliebtheit - (Foto: Messe Duesseldorf / constanze tillmann)
Vor allem die ganz winzigen Wohnwagen erfreuten sich großer Beliebtheit - (Foto: Messe Duesseldorf / constanze tillmann)

Am Stand des Deutschen Wanderverbandes kam ich mit Sven Büchler ins Gespräch, der mir von einer aktuellen Studie über die Vorlieben deutscher Wanderer erzählte, die vor allem im Mittelgebirge gern unterwegs sind, aber darauf werde ich in einem eigenen Artikel noch genauer eingehen.

Die Caravan Salon selbst bestand dann auch wirklich zu etwa 80 % aus Wohnwagen und Reisemobilen. Von elf Hallen wurden in sieben nur verschiedene Modelle gezeigt. Vor allem die Wohnmobile waren umlagert – hier nach meinem Empfinden eher die etwas kleineren Modelle. Während man in die Wohnwagen nach kurzem Warten oder sogar sofort einsteigen und sich umsehen konnte, waren die Reisemobile oft dicht umringt und ich musste geradezu drängeln, um auch einmal hineinschnuppern zu können. Lediglich die ganz kleinen Wohnwagen waren ebenso umzingelt, da mag aber eher der Niedlichkeitsfaktor und die Neugierde der Kinder, denn ein echter Kaufwunsch eine Rolle gespielt haben.

Große und teure, aber auch ganz preiswerte Modelle waren vertreten - (Foto: Messe Duesseldorf / constanze tillmann)
Große und teure, aber auch ganz preiswerte Modelle waren vertreten - (Foto: Messe Duesseldorf / constanze tillmann)

Ich habe viel im Internet recherchiert und war sehr überrascht, dass es tatsächlich deutlich günstigere Modelle gibt, als ich annahm. Während Presse und Online-Medien mir bisher den Eindruck vermittelt hatten, für ein Wohnmobil müsse man mindestens 40.000 EUR hinlegen und für einen Wohnwagen, so er halbwegs ausgestattet ist, die Hälfte, fand ich etliche Reisemobile für 35.000 EUR oder sogar deutlich darunter. Bei den Caravans beginnen gut ausgestattete Modell mit Nasszelle bei 10.000 EUR. Auch darüber hier demnächst mehr.

Interessant war, einmal direkt zu sehen, wie groß oder klein so eine Nasszelle ist, wie viel Raum man hat, um allein oder zu zweit in einem kleinen Wohnmobil zu werkeln und wie gut oder schlecht sich Betten ausklappen lassen, z. B. in den Reisemobilen mit Hochdach (es klappt sehr gut, wenn man weiß, wo man hingreifen muss). Deswegen lohnt es sich auf jeden Fall, einmal eine größere Ausstellung zu besuchen und sich alles ganz genau anzuschauen. Dabei erhält man dann auch schnell ein gutes Bild, welchen Grundriss man bevorzugt, was man unbedingt möchte oder auf jeden Fall vermeiden will.

Die Kinder liebten vor allem die Dachzelte - (Foto: Messe Duesseldorf / constanze tillmann)
Die Kinder liebten vor allem die Dachzelte - (Foto: Messe Duesseldorf / constanze tillmann)

Außer den ganz großen Firman wie Hymer, Knaus, Renault, Fiat und vielen mehr, waren auch ganz kleine vertreten, die z. B. Wohnwagen nach Wunsch ausstatten. Mit dem Motto “Klein – Fein – Dein” waren P + Laura Caravan vertreten, die mit dem Spruch warben “Wir bauen alles auf, aus und ein – wie Sie wollen und was reinpasst”.

Als Nebenschauplatz gab es eine Halle, in der es um die Technik der fahrbaren Reiseunterkünfte geht, eine weitere, in der Reisedestinationen sich vorstellten – diese war allerdings ziemlich langweilig: außer Kataloge war hier nicht viel zu holen – und eine Halle mit allgemeinem Zubehör. Hier fanden sich vor allem Campinggeschirr, Kleber, Lackpflegeprodukte, Campingmöbel und Zelte. Das waren einerseits klassische Vorzelte, andererseits aber auch Dachzelte für Autos. Diese erfreuten sich wiederum bei den Kindern sehr großer Beliebtheit. Auch das ganze Auto kann dabei umbaut und zum Wohnmobil umgestaltet werden. Die australische Firma 3 Dog Camping zeigte Anhänger, aus denen ein ganzer Zelt-Wohnwagen wird. Darin lässt es sich fürstlich wohnen. Matratzen, diverse Kissen und was alles noch das mobile Leben gemütlich macht war zu sehen, ebenso wie zusammenklappbare Camping-Schränke, Hängesitze und vieles mehr.

Mobilheime sind viel komfortabler als man denkt - (Foto: Messe Duesseldorf / constanze tillmann)
Mobilheime sind viel komfortabler als man denkt - (Foto: Messe Duesseldorf / constanze tillmann)

Im Außenbereich wurde gegessen und getrunken, aber auch ausgestellt. Windstrom für den Caravan, Satellitenschüsseln und viele Aktivitäten-Stationen, gerade für Kinder. Außerdem stellten mehrere Firmen Mobilheime vor, ein Mittelding zwischen Wohnwagen und einem Häuschen, wie sie in den Niederlanden z. B. als Chalet bekannt sind. Diese Mobilheime sind vor allem für Dauercamper interessant. So kann man für etwa 30.000 EUR schon ein komplettes Häuschen mit Einrichtung, inkl. Küche und Bad sein Eigen nennen. Mit 70.000 EUR ist man dann richtig komfortabel aufgestellt.

Damit schließe ich meinen Bericht über die Caravan Salon 2010 ab, allerdings folgen noch einige Artikel. Zwei habe ich weiter oben bereits angekündigt, ein dritter wird von dem wunderbaren Diavortrag über Madagaskar von Konstantin Abert handeln.

Campingplatz Eifel-Camp Freilinger See bei Blankenheim

Demnächst steht bei uns das erste Experiment bezüglich Zelten an. Ich war ja nie der große Zelt-Fan, mich schrecken die weiten Wege zur Toilette, vor allem nachts und der allgemeine Mangel an Komfort. Mein Freund wollte erst recht nichts davon wissen, er ist eher noch bequemer als ich.

Aber ich überlege ja immer, wie ich an preiswerten Urlaub kommen kann, und obwohl ich eine Weltmeisterin darin bin, preiswerte Unterkünfte zu finden, lässt sich Camping so leicht nicht schlagen. Und die ex-Frau meines Freundes war neulich auch zelten, in einem richtig schönen Zelt mit mehreren Räumen, mit Stehhöhe, das ist ja kaum unbequemer als eine Ferienwohnung. Also wollen wir das Abenteuer demnächst mal wagen.

Die schöne grüne Eifellandschaft, hier weiter nördlich bei Nideggen (auch ein Tipp für einen Ausflug)
Die schöne grüne Eifellandschaft, hier weiter nördlich bei Nideggen (auch ein Tipp für einen Ausflug)

So horchten wir auf, als das WDR Fernsehen vom Campingplatz Eifel-Camp bei Blankenheim berichtete, denn dort ließen sich die Inhaber etwas einfallen, eine Schönwettergarantie! Nun hat man in der Eifel auch keinen besseren Draht zu Petrus als anderswo und kann auch nicht mit 360 Sonnentagen im Jahr aufwarten. Deswegen können Camper den Urlaub bei Wetter, das ihnen nicht gefällt, unterbrechen und später fortsetzen. Ganz genau geht das so, ich zitiere von der Website: “Wenn Ihnen auf einem Quality-Camp das Wetter nicht zusagt (egal aus welchem Grund), können Sie den (für mindestens 4 Nächte) fest reservierten Stellplatz vorzeitig verlassen, ohne dass der anteilige Restwert verfällt. Innerhalb eines Jahres kann der Urlaub dann unter voller Anrechnung des Restwertes fortgesetzt werden.”

Das ist doch mal ein Angebot! :-)

Der Platz gehört zu den Ecocamping-Plätzen, hat viele Preise gewonnen und kann mit 5 Sternen aufwarten. Es sind auch Mietzelte, Campinghütten und Luxusstellplätze erhältlich. Er liegt mitten im Naturpark Hohes Venn Eifel direkt am Freilinger See, in dem auch gebadet werden kann. Koblenz, Bonn, Köln, Aachen und Lüttich liegen weniger als 100 Kilometer entfernt. Die belgische Grenze ist nur 20 Kilometer entfernt, die luxemburgische etwa 50 Kilometer – vielen spannenden Tagesausflügen steht also nichts im Wege.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass wir dort demnächst ein paar Tage verbringen – ihr auch?

Website des Platzes: http://www.eifel-camp.de