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Ausflugstipp Hattingen: Wunderschöne Stadt im Ruhrgebiet mit Weihnachtsmarkt im Winter und viel Flair im Sommer

Rathaus und Kirche St. Georg im Hintergrund
Rathaus und Kirche St. Georg im Hintergrund

Direkt an der Ruhr liegt die kleine Stadt Hattingen, die eigentlich ganz oben auf der Bekanntheitsskala stehen sollte, weil sie so hübsch ist. Was mir besonders gut gefallen hat, ist ihre Lebendigkeit. Denn natürlich gibt es überall hübsche kleine Städte, die jedoch nur dann belebt sind, wenn Touristen sie besuchen. An den Wochentagen dagegen wirken sie fast wie ausgestorben.

In Hattingen kann davon keine Rede sein: Schon morgens wimmeln die Bürger durch ihr Städtchen und bei schönem Wetter – darauf müssen wir jetzt leider erstmal warten – sitzen sie den ganzen Tag draußen in Cafés und Biergärten, ziehen zum Shoppen durch die Fußgängerzone und sorgen dafür, dass die Touristengruppen kaum auffallen.

Hattingen ist bereits über 750 Jahre alt, hat etwa 55.000 Einwohner und liegt im Ennepe-Ruhr-Kreis. Der historische Kern ist außergewöhnlich gut erhalten, noch fast 150 mittelalterliche Fachwerkhäuser können besichtigt werden. Natürlich muss man unbedingt das alte Rathaus gesehen haben und die Sankt-Georgs-Kirche mit ihrem schiefen Turm.

Die Eisenmännder des Bildhauers Zbigniew Fraczkiewicz
Die Eisenmännder des Bildhauers Zbigniew Fraczkiewicz

Aber auch modernes gibt es zu sehen, z. B. die Eisenmänner in der Nähe des Busbahnhofs. Der polnische Bildhauer Zbigniew Fraczkiewicz schuf 1996 viele dieser Skultpuren, die auf dem Geländer der Friedrichshütte standen. Drei Skulpturen blieben in der Stadt und zieren die Wiese vor der Stadtmauer an der Martin-Luther-Straße/Ecke Langenberger Straße. “Aus Alt macht Neu” dachte der Ettlinger Künstler Voré und erschuf ein neues Stadttor am Steinhagenplatz. Zwei weitere moderne Stadttore wurden an anderen Stellen der ehemaligen Stadtmauer errichtet.

Im Moment darf natürlich auch in Hattingen ein Weihnachtsmarkt nicht fehlen – vom 1. Dezember 2010 an wird Frau Holle täglich um 17 Uhr ein Türchen Rathaus öffnen, das zum Riesen-Adventskalender umfunktioniert wurde. Die ganze restliche Innenstadt ist bereits jetzt ein großer Weihnachtsmarkt: das St.-Georgs-Viertel, der Platz vor dem Rathaus, das Krämersdorf – überall präsentieren stimmungsvoll erleuchtete Stände Leckereien, Kunsthandwerk und mögliche Weihnachtsgeschenke.

Weihnachtsmarkt, Foto: U. Kestler, Pressebüro Stadt Hattingen
Weihnachtsmarkt, Foto: U. Kestler, Pressebüro Stadt Hattingen

Wer vom mittelalterlichen Städtchen die Nase voll hat, findet in der Umgebung viele Ausflugsziele. An der Ruhr entlang kann man gut spazieren gehen und Radeln. Die Henrichshütte als Teil des Westfälischen Industriemuseums zählt mit drei Rundwegen und dem 50.000 Quadratmetern großen Gelände zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Stadtteil Blankenstein mit der Ruine der gleichnamigen Burg und die Überreste der Isenburg bieten sich für Besichtigungen an.

Haus Kemnade ist ein hübsches Wasserschloss mit Café und mehreren Ausstellungen. Derzeit präsentiert die Sparkasse Bochum eine Sammlung von Spardosen aus den letzten Jahrhunderten, außerdem sind etwa 1800 Instrumente aus der Musikinstrumentensammlung Grumpt zu sehen sowie Exponate aus der Ostasiatika-Sammlung Ehrich.

Von hier aus führt ein Spaziergang zum Kemnader See, einem Ruhrstausee. Sport wird auf und um das Gewässer groß geschrieben: das Freizeitbad Heveney, das StrandDeck Kemnade, eine Beachvolleyballhalle, ein Golfplatz, ein Segelhafen, Angelvereine und ein inoffizieller Treffpunkt von Flugdrachenliebhabern sind hier zu finden. Skater und Radfahrer finden auch gute Möglichkeiten für ihr Sport. Drei Passagierrouten wurden auf dem See angelegt.

Natürlich kann man von hier aus auch gut die größeren Ruhrgebietsstädte Bochum, Essen, Dortmund und Gelsenkirchen besuchen, die alle weniger als 50 Kilometer entfernt sind.

Wer im Sommer unterwegs ist, möchte vielleicht im Zelt oder Wohnwagen übernachten, zu dem Thema finden ihr hier meinen Artikel über den Campingplatz Hattingen:
http://reiseausflug.blog-haus.net/2010/10/campingplatz-hattingen-zwischen-naturidylle-und-industrie/