Category Archives: Museen

Auch 2011 freier Eintritt mit der Ruhr.Topcard

Ruhr.Topcard 2011
Ruhr.Topcard 2011

Auch im Jahr 20100 wird wieder die Ruhr.Topcard erhältlich sein, die ihrem Besitzer einmalig freien Eintritt zu über 90 Freizeiteinrichtungen wie Zoos, Spaßbädern, Museen und vielem mehr verschafft. Das gilt nicht nur für das Ruhrgebiet, auch im Umland sind einige Einrichtungen vertreten.

Die Ruhr.Topcard kostet 47,90 Euro für Erwachsene und 32,90 Euro für Kinder der Geburtsjahre 2006 – 1997. ADAC-Mitglieder erhalten die Karte für 43,00 Euro.

Neu im Programm sind in diesem Jahr der AQUApark Oberhausen, das Zeiss Planetarium Bochum, das Neanderthal Museum in Mettmann sowie der Grugapark Essen. Bereits alte Bekannte sind der Panorama-Park Sauerland Wildpark, der Zoo Duisburg, das LEGOLAND® Discovery Centre Duisburg und viele mehr. Auf dem Biggesee, dem Hennesee, dem Kemnader See, dem Sorpesee und einigen anderen Gewässern darf man umsonst mitfahren. Auch dabei sind die Zeche Zollverein, viele LVR- und LWL-Museen, das Deutsches Bergbau-Museum Bochum und etliche andere Museen, auch am Niederrhein, zum Beispiel das LWL-Römermuseum. Wer im ersten Quartal 2011 den Gelsenkirchener Zoo ZOOM besuchen möchte, erhält ebenfalls freien Eintritt mit der Karte.

Inhaber der Ruhr.Topcard erhalten das ganze Jahr über, so oft sie wollen, 50 % Ermäßigung für den Movie Park Germany, das Fort Fun Abenteuerland im Sauerland und Kernie’s Familienpark im Wunderland Kalkar.

Die Ruhr.Topcards können online unter http://www.ruhrtopcard.de gekauft werden oder aber an zahlreichen Vorverkaufsstellen; viele davon sind die teilnehmenden Einrichtungen. Alle werden auf der Website aufgelistet, ebenso wie alle Orte, an denen Topcard-Besitzer freien oder ermäßigten Eintritt haben.

Ausflugstipp Hattingen: Wunderschöne Stadt im Ruhrgebiet mit Weihnachtsmarkt im Winter und viel Flair im Sommer

Rathaus und Kirche St. Georg im Hintergrund
Rathaus und Kirche St. Georg im Hintergrund

Direkt an der Ruhr liegt die kleine Stadt Hattingen, die eigentlich ganz oben auf der Bekanntheitsskala stehen sollte, weil sie so hübsch ist. Was mir besonders gut gefallen hat, ist ihre Lebendigkeit. Denn natürlich gibt es überall hübsche kleine Städte, die jedoch nur dann belebt sind, wenn Touristen sie besuchen. An den Wochentagen dagegen wirken sie fast wie ausgestorben.

In Hattingen kann davon keine Rede sein: Schon morgens wimmeln die Bürger durch ihr Städtchen und bei schönem Wetter – darauf müssen wir jetzt leider erstmal warten – sitzen sie den ganzen Tag draußen in Cafés und Biergärten, ziehen zum Shoppen durch die Fußgängerzone und sorgen dafür, dass die Touristengruppen kaum auffallen.

Hattingen ist bereits über 750 Jahre alt, hat etwa 55.000 Einwohner und liegt im Ennepe-Ruhr-Kreis. Der historische Kern ist außergewöhnlich gut erhalten, noch fast 150 mittelalterliche Fachwerkhäuser können besichtigt werden. Natürlich muss man unbedingt das alte Rathaus gesehen haben und die Sankt-Georgs-Kirche mit ihrem schiefen Turm.

Die Eisenmännder des Bildhauers Zbigniew Fraczkiewicz
Die Eisenmännder des Bildhauers Zbigniew Fraczkiewicz

Aber auch modernes gibt es zu sehen, z. B. die Eisenmänner in der Nähe des Busbahnhofs. Der polnische Bildhauer Zbigniew Fraczkiewicz schuf 1996 viele dieser Skultpuren, die auf dem Geländer der Friedrichshütte standen. Drei Skulpturen blieben in der Stadt und zieren die Wiese vor der Stadtmauer an der Martin-Luther-Straße/Ecke Langenberger Straße. “Aus Alt macht Neu” dachte der Ettlinger Künstler Voré und erschuf ein neues Stadttor am Steinhagenplatz. Zwei weitere moderne Stadttore wurden an anderen Stellen der ehemaligen Stadtmauer errichtet.

Im Moment darf natürlich auch in Hattingen ein Weihnachtsmarkt nicht fehlen – vom 1. Dezember 2010 an wird Frau Holle täglich um 17 Uhr ein Türchen Rathaus öffnen, das zum Riesen-Adventskalender umfunktioniert wurde. Die ganze restliche Innenstadt ist bereits jetzt ein großer Weihnachtsmarkt: das St.-Georgs-Viertel, der Platz vor dem Rathaus, das Krämersdorf – überall präsentieren stimmungsvoll erleuchtete Stände Leckereien, Kunsthandwerk und mögliche Weihnachtsgeschenke.

Weihnachtsmarkt, Foto: U. Kestler, Pressebüro Stadt Hattingen
Weihnachtsmarkt, Foto: U. Kestler, Pressebüro Stadt Hattingen

Wer vom mittelalterlichen Städtchen die Nase voll hat, findet in der Umgebung viele Ausflugsziele. An der Ruhr entlang kann man gut spazieren gehen und Radeln. Die Henrichshütte als Teil des Westfälischen Industriemuseums zählt mit drei Rundwegen und dem 50.000 Quadratmetern großen Gelände zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Stadtteil Blankenstein mit der Ruine der gleichnamigen Burg und die Überreste der Isenburg bieten sich für Besichtigungen an.

Haus Kemnade ist ein hübsches Wasserschloss mit Café und mehreren Ausstellungen. Derzeit präsentiert die Sparkasse Bochum eine Sammlung von Spardosen aus den letzten Jahrhunderten, außerdem sind etwa 1800 Instrumente aus der Musikinstrumentensammlung Grumpt zu sehen sowie Exponate aus der Ostasiatika-Sammlung Ehrich.

Von hier aus führt ein Spaziergang zum Kemnader See, einem Ruhrstausee. Sport wird auf und um das Gewässer groß geschrieben: das Freizeitbad Heveney, das StrandDeck Kemnade, eine Beachvolleyballhalle, ein Golfplatz, ein Segelhafen, Angelvereine und ein inoffizieller Treffpunkt von Flugdrachenliebhabern sind hier zu finden. Skater und Radfahrer finden auch gute Möglichkeiten für ihr Sport. Drei Passagierrouten wurden auf dem See angelegt.

Natürlich kann man von hier aus auch gut die größeren Ruhrgebietsstädte Bochum, Essen, Dortmund und Gelsenkirchen besuchen, die alle weniger als 50 Kilometer entfernt sind.

Wer im Sommer unterwegs ist, möchte vielleicht im Zelt oder Wohnwagen übernachten, zu dem Thema finden ihr hier meinen Artikel über den Campingplatz Hattingen:
http://reiseausflug.blog-haus.net/2010/10/campingplatz-hattingen-zwischen-naturidylle-und-industrie/

Frida Kahlo Retrospektive noch bis zum 9. August in Berlin

Frida Kahlo: Selbstbildnis mit Samtkleid
Frida Kahlo: Selbstbildnis mit Samtkleid, 1926, Privatbesitz, Courtesy Galería Arvil, Mexiko Stadt © Banco de México Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust, México, D.F. / VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Noch bis zum 9. August 2010 wird im Martin-Gropius-Bau in Berlin die bisher größte Frida Kahlo Retrospektive Deutschlands gezeigt. 150 Bilder und teils noch nie gezeigte Zeichnungen aus 30 mexikanischen und 15 US-amerikanischen Kollektionen und einige Stücke aus dem Leben der Malerin bieten einen umfassenden Überblick über ihr Werk. Über 150.000 Menschen besuchten die Ausstellung bisher – ein Besucherrekord! Nach dem Besuch in Berlin geht die Retrospektive nach Wien, dort wird sie vom 1. September bis zum 5. Dezember 2010 zu sehen sein.

Frida Kahlo wurde 1907 in Coyoacán in Mexiko geboren. Den deutschen Nachnamen hatte sie von ihrem Vater Carl Wilhelm Kahlo, der aus Pforzheim stammte. 1925 wurde sie bei einem Busunglück schwer verletzt und war immer wieder für lange Zeit bettlägerig. Im Bett begann sie zu malen. Ganz gesund wurde sie nie mehr, konnte aber später wieder laufen. 1929 heiratete sie den mexikanischen Maler Diego Rivera. Das Paar verbrachte mit Unterbrechungen drei Jahre in den USA, dort hatte Riviera mehrere Aufträge. 1934 trennte sich Kahlo von ihrem Mann, der mehrfach Affairen hatte. Später ließ er sich scheiden, doch 1940 heirateten sie ein zweites Mal.

Frida Kahlo war Zeit ihres Lebens politisch aktiv und malte leidenschaftlich. Alle ihre Schmerzen – körperlich und seelisch – verarbeitete sie auf diese Weise. Sie beteiligte sich an mehreren Austellungen, von denen eine in Paris stattfand. Der Louvre kaufte eines ihrer Bilder – das erste Bild eines mexikanischen Malers überhaupt. In zwei New Yorker Ausstellungen wurden ihre Bilder präsentiert. Kahlo arbeitete auch zehn Jahre lang als Lehrkraft an der Schule für Malerei und Skulptur des Ministeriums für Erziehung, genannt “La Esmeralda”. Meist wurde der Unterricht in ihrem Haus abgehalten, das sie wegen ihrer labilen Gesundheit nicht immer verlassen konnte.

Kinderlähmung, Fehlgeburten, Nierenentzündung, eine Depression nach dem Tod des Vaters, vor allem aber viele Rückenoperationen – die Künstlerin litt immer wieder an schweren Krankheiten. Sie trug seit ihrem Busunfall verschiedenste medizinische Korsette und wurde gegen die Schmerzen mit starken Morphinen behandelt. 1954 starb sie an einer Lungenembolie – ob sie Selbstmord begangen hatte, wurde nie genauer untersucht.

Heute zählt sie sicher zu den bekanntesten Künstlern überhaupt – natürlich hat auch ihr bewegtes Leben zum Mythos beigetragen. Mehrere Verfilmungen hat es gegeben, darunter die von und mit der mexikanischen Schauspielerin Selma Hayek.

Thematisch recht passend präsentiert der Martin-Gropius-Bau auch noch eine Ausstellung über “Teotihuacan – Mexikos geheimnisvolle Pyramidenstadt”. Diese Stadt war von 100 bis 650 nach Christi Geburt die wohl größte Stadt der westlichen Hemisphäre außerhalb Europas – mit bis zu 250.000 Einwohnern. Alles was man über das Leben in Teotihuacan weiß, wurde in dieser Ausstellung zusammengetragen. Sie ist noch bis zum 10. Oktober 2010 zu sehen.

Besucher, die sich nach Frida Kahlo nicht weiter mit Mexiko beschäftigen mögen, interessieren sich vielleicht für “Olafur Eliasson: Innen Stadt Außen”. Skulpturen und Installationen, die mit Spiegelbildern arbeiten, regenbogenbunte Lichtschleifen, optische Spielereien und technische Wunderwerke – davon erzählen die Journalisten, die diese Ausstellung schon gesehen haben. Bis zum 9. August 2010 haben auch andere Besucher noch Gelegenheit dazu.

Martin-Gropius-Bau in Berlin, Bild: © Peter von Bechen - www.pixelio.de
Martin-Gropius-Bau in Berlin, Bild: © Peter von Bechen - www.pixelio.de

Infos über den Martin-Gropius-Bau:
Adresse: Martin-Gropius-Bau Berlin, Niederkirchnerstraße 7/Ecke Stresemannstr. 110, 10963 Berlin
Telefon: +49 (0)30 254 86-0
E-Mail: post@gropiusbau.de
Internet: http://www.gropiusbau.de
Wegen des großen Andrangs öffnet der Martin-Gropius-Bau in den letzten zwei Ausstellungswochen – vom 24. Juli bis zum 9. August – das gesamte Haus von 9 bis 22 Uhr.
Der Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist frei. Erwachsene bezahlen 10,00 EUR für die Frida Kahlo Ausstellung. Ähnliche Preise gelten für die anderen Ausstellungen.

Der Martin-Gropius-Bau liegt zentral in Berlin in der Nähe des Tiergartens, einem großen Park. Vor oder nach dem Museumsbesuch kann man also im Grünen spazieren gehen oder picknicken. Auch das Legoland befindet sich in Fußnähe – so kann man sich vielleicht mit mitreisenden Kindern einigen: Ein Museumsbesuch für Mama und Papa und anschließend gehts für die Kids ins Legoland. Wer danach noch weitere Museumsbesuche erledigen will, kann das Museum für Kommunikation besuchen, ebenfalls nur einen Katzensprung entfernt.