Spaziergang von Wesseling über Berzdorf bis Brühl (NRW)

Es kommen noch ein, zwei Artikel aus Spanien, aber jetzt nehme ich Euch erstmal mit zu einem kleinen Ausflug ein paar Kilometer südlich von Köln. Ich bin vorgestern mit der Bahn nach Wesseling gefahren, das als Industriestandort nicht den besten Ruf hat. Hier in der Gegend versenkte Shell hunderte von Tonnen Benzin im Boden, immer wieder brennt, explodiert und stinkt es, und überhaupt ist der Anblick der Anlagen kein Genuss.

Trotzdem mag ich Wesseling, weil es einen dorfartigen Charakter hat und viele alte Häuschen sehr hübsch zurecht gemacht sind. Und es liegt direkt am Rhein. Diesmal wollte ich mich aber nicht lange am Rhein aufhalten, sondern bald über Wesseling Berzdorf nach Brühl wandern. Ich hatte die Strecke nicht richtig ausgearbeitet, aber in Wesseling entdeckte ich ein Schild, dass es nur 6 km bis Brühl seien, das schien also eher ein Spaziergang, denn eine Wanderung. Aber manchmal kommt es anders als man denkt.

In Wesseling Mitte ausgestiegen und unterwegs Richtung Rhein kommt man bald zu diesem kleinen Platz mit Brunnen, auf dem zwei Figuren an einem Schiff herum zerren… Auf der anderen Seite stehen einige schöne alte Häuser, aber hier wird renoviert, das lud nicht zum Fotografieren ein.

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Ich ging nicht zum Rhein, sondern durch die Römerstraße, weil hier einige ältere Wohnhäuser stehen, die mir gut gefallen:

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Von hier ist es nicht weit zum Platz am Rheinforum. Das Gebäude rechts ist das Hotel am Rhein, hinter uns ein weiteres weißes Gebäude, in dem Radio Erft untergebracht ist.

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Überall kann man durch kleine Gassen zum Rhein hinunter gehen und da sieht es dann so aus:

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Ich ging aber wieder eine der Treppen hinauf, denn ich wollte ja nach Brühl gehen. Aber erstmal musste ich ein Brötchen essen und traf dabei diese nette Dame (oder ist es ein Herr?):

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In Wesseling gibt es hübsche und nicht so hübsche Ecken. Aber sehr oft guckt man zwischen Wohnhäusern durch und auf die riesigen Industrie-Anlagen:

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Manche Bewohner verzieren ihre Gärten und Häuser äußerst liebevoll:

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Die evangelische Apostelnkirche und Kunst auf dem Kreisverkehr:

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Nachdem ich auf der wenig schönen Hauptstraße Mühlenweg erst die Bahngleise und dann die Autobahn 555 unterquert hatte, konnte ich von der Straße abgehen und lief durch den Park “Entenfang” Richtung Berzdorf. Dieser Park ist sehr schön gestaltet, mit zwei großen Spielplätzen, einem Fußballplatz und einer Skater-Anlage .

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Und weil er direkt neben landwirtschaftlich genutzten Flächen liegt, wirkt er sehr groß.

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In Berzdorf befindet sich dann noch ein kleiner See. Ich ging aber in die andere Richtung, an diesem Bildstock vorbei.

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Berzdorf ist ein bisschen eine Schlafstadt, so kam es mir zumindest vor. Rundherum wird Landwirtschaft betrieben. So gab es viele schöne Ausblicke.

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Die meisten Neubau-Häuser (aus den letzten 20, 30 Jahren) sind nicht so meins, aber dieses fand ich mit seinen Rundungen sehr gelungen:

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In Wesseling Berzdorf befinden sich viele Sportstätten, unter anderem der Baseballplatz, auf dem die Softball- und Baseball-Teams Wesseling Vermins trainieren. Die Softballer sind derzeit Deutsche Meister!

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Mein eigentliches Ziel in dem Dorf bei Wesseling war aber das alte Wasserschloss Godorfer Burg. Alle Teile, Burg und Hof, wurden in den letzten Jahren saniert und umgebaut. Nun kann man hier sehr sehr hübsch wohnen.

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Kurz vor der Autobahn bog ich links in eine namenlose Straße ein, die an der Autobahn 553 entlang zu einer Firma führt, die dort eine Kiesgrube betreibt. Kurz vor der Firma unterquert der Weg die Autobahn und genau dieser Durchgang war mein Ziel. Das war nur eine mittelgute Idee, da alle naslang aus beiden Richtungen riesige LKWs an mir vorbei rauschten.  Nach einigen Metern erreichte ich eine kleine Anlange, auf der eine Frau einen Gnadenhof für allerlei Pferde, eine Kuh und andere Tiere betreibt. Tierschutzorganisationen behaupten, die Tiere würden nicht artgerecht gehalten, eine Tierärztin das Gegenteil. Ich kann mir kein Urteil erlauben.

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Nach dem Hof wurde der Weg immer blöder. Man geht direkt an der Autobahn entlang, es ist laut und die LKWs wirbeln zunehmend mehr Sand und Staub auf, wenn sie vorbei fahren.  Der Blick auf die Kiesgrube, der für diese Unannehmlichkeiten entschädigen könnte, wird durch Gestrüpp versperrt. Glücklicherweise waren es nur etwa 500 Meter, bis ich endlich auf die andere Seite der Autobahn gehen konnte und hier war es sofort viel leiser, nur noch Wälder und Felder vor mir und mein erstes Ziel in Sicht. Das Jagdschlösschen Falkenlust ist im Rokoko-Stil erbaut und wurde 1737 fertig gestellt. Es war eines der bevorzugten Jagdschlösser des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Clemens August (1700/-61). Heute kann man sich im darin untergebrachten Museum über die Falknerei informieren.

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Ein kleiner Park rund um das Schloss ist sehr hübsch gestaltet. Unter anderem befindet sich darin auch die Muschelkapelle, die hier zwischen den Bäumen hervorblitzt. Darüber schreibe ich aber bald mehr, denn ich plane noch einen Artikel über Brühl, Falkenlust und natürlich das große Schloss Augustusburg.

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Durch diese Allee spaziert man nach Brühl, direkt auf den Eingang des Schlossparks von Augustusburg zu. Die Bahnstrecke, die dazwischen liegt, wird über einen kleinen Umweg überwunden.

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Doch leider war der Eingang zum Schlosspark verschlossen, da in den letzten Tagen immer wieder Stürme über NRW hinweg gefegt sind. Der waldige Park stellt eine zu große Gefahr dar. Da ich vorher schon allerhand Umwege gemacht hatte wurden aus den geplanten 6 Kilometern eher 10, eigentlich zu viel, da ich im Moment gar nicht so fit bin. Aber was will man machen. Ich ging auf diesem sehr schönen Weg um den Schlosspark herum.

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Dort traf ich die zweite rote Libelle auf meinem Weg, vermutlich eine Heidelibelle? Vielleicht eine gefleckte Heidelibelle?

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Dann ging es in einem Bogen nach Brühl, durch ein Wohngebiet und schließlich in die ausgeprochen hübsche Innenstadt, in der gerade der Weihnachtsmarkt aufgebaut wurde:

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Dann warf ich noch einen Blick auf Schloss Augustusburg und machte mich auf den Weg zum Bahnhof, denn leider waren auch die Gartenanlagen des Schlossparks geschlossen. Da kann man nichts machen!

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