Von Erftstadt (Liblar) über Bliesheim bis Weilerswist

Gestern war das Wetter genau richtig und ich hatte Lust zum Wandern, also los. Es sind wieder ungefähr 10 km geworden und die GPX-Daten findet ihr hier: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=xiddohiblkrbrygk

Ich fuhr mit dem Zug bis zum Bahnhof Erftstadt, der sich am Rande von Liblar befindet. Mein Weg führte mich erstmal südlich an den Bahnschienen entlang, denn ich wollte einen Fußweg erreichen, den mir Google Maps anzeigte. Auf Bürgersteigen wanderte ich unter schattigen Bäumen entlang.
Wanderung von Liblar über Bliesheim bis WeilerswistMein Weg sollte westlich vom Schlunkweg abgehen, kurz nachdem der Fußweg einfach aufgehört hatte. Leider musste ich feststellen, dass dieser Weg brusthoch bewachsen war und da ich mit Sandalen und Dreiviertelhose unterwegs war und wieder mal vergessen hatte, mich mit Autan gegen Zecken zu schützen, habe ich das lieber gelassen. Stattdessen ging ich bis Bliesheim an dieser Straße entlang, die am Sonntag zum Glück kaum befahren war:

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-02In Bliesheim überlegte ich erst, ob ich mir den Ort näher ansehen sollte – die Ansicht unten sah ermutigend aus – aber da ich nun schon so lange unterwegs zu meinem eigentlichen Ziel war und es endlich erreicht hatte, ging ich auf dem geplanten Weg weiter.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-03Der führte mich nämlich direkt an der Erft entlang:

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-04Links die Erft und rechts die Gärten Bliesheims, so ging es weiter. Gelegentlich gab es Tiere zu sehen, wie diesen Milan (Rotmilan? Schwarzmilan?) oder Ziegen.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-05Pferde waren auch unterwegs, ebenso wie Kühe und krähende Hähne.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-06Ende Juni gibt es auch reichlich Pflanzen zu sehen, man muss nur die Augen aufhalten – solche zarten Schönheiten entdeckte ich überall.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-07Blick zurück auf Bliesheim:

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-08Und nach vorne – auf Richtung Weilerswist!

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-09Rechts öffnete sich die Landschaft und Felder lagen neben mir – sehr unterschiedlich, Raps, Weizen, Roggen und Mais sah ich. Hier wächst Hafer:

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-10Eine Distel – so wunderhübsch! (Die gefiel nicht nur mir, sondern auch diversen Bienen und Schmetterlingen.)

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-11Auf der anderen Seite der Erft war auch bald keine Ortschaft mehr zu sehen. Wenn ihr den gleichen Weg gehen wollt wie ich, bleibt auf der rechten Seite der Erft, denn alsbald geht der Swistbach ab und dann kommt ihr nicht mehr trockenen Fußes zur Erft hinüber.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-12Roggen mit seinen langen Grannen – wunderschön!

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-13Seht Ihr diese interessante Verkehrskonstruktion (hier kreuzt u. a. die Autobahn A61 die Erft), solltet Ihr unbedingt einen Schlenker nach links machen. Obwohl dort nichts ausgeschildert ist, gibt es ein bildhübsches Wasserschlösschen zu sehen. Hätte ich nicht ein Türmchen aus den Bäumen hervorblitzen sehen, hätte ich diese Sehenswürdigkeit einfach verpasst!

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-14An diesen Weizenfeldern geht man auf etwas zu, das erst einmal einfach nur ein großer Bauernhof zu sein scheint.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-15Zwischen zwei Stallgebäuden lässt dieser Anblick dann ahnen, dass sich hier aber mehr verbirgt. Durch ein Schild wird verboten, diesen Durchgang zu benutzen. Geht man aber an dem hier rechts befindlichen Gebäude entlang, so kommt man auf einen sehr gepflegten und mit duftenden Rosen bepflanzten Weg.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-16Und steht erst vor einigen hübschen kleinen Gebäuden und dann vor diesem prachtvollen Wasserschloss. Es handelt sich dabei um die Burg Kühlseggen, die heute noch von der Familie bewohnt wird, die die Anlage 1836 übernahmen und in den 1960er Jahren umfassend renovieren ließ.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-17Die Burg wurde im 14. Jahrhundert errichtet und später von Jesuiten teils abgerissen und neu erbaut.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-18Sehr idyllisch, nicht wahr?

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-19Das sind die herrlichen Rosen, die am Weg an der Ostseite des Schlosses wachsen.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-20Nach Konsultieren von Google Maps entschloss ich mich, wieder die paar Meter zur Erft zurück zu gehen, da es keine attraktiven Alternativen zu geben schien. Mit Blick auf dieses hübsche Kirchlein schlenderte ich diesmal auf der linken Seite der Erft entlang.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-21Die vorletzte Etappe war der Streuobstwiesen-Themenweg zwischen Weilerswist und der Erft. Einige Tafeln wie die unten vermitteln Basiswissen über alte Obstsorten, das Zusammenspiel zwischen Obstbäumen und der Wiese darunter, Tiere, die hier ein Zuhause finden usw.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-22Nach diesem Wegstück verabschiedete ich mich mit einem letzten Blick auf die Erft.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-23Ich hatte befürchtet, dass ich an der stark befahrenen Bonner Straße (L163) entlang spazieren müsste, um den Bahnhof zu erreichen, aber ich konnte unterhalb der Straße einen angenehm ruhigen Fußweg benutzen. An seinem vorläufigen Ende bog ich links in die Kölner Straße ab und obwohl (oder weil) die Straße recht gutbürgerlich wirkte, gab es einiges zu sehen. Zum Beispiel diese Katze, die mich sehr genau beobachtete:

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-24Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wer keine üppigen Rosenbüsche mag, findet vielleicht den fröhlichen Riesenzwerg sympathisch?

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-25Diese Antennenanlage sieht nicht durch die Perspektive so beeindruckend aus, in natura wirkt sie eher größer.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-26Am Ende der Straße musste ich nur noch gegenüber in die Schützenstraße einbiegen und erreichte nach 300 Metern den hübschen Weilerswister Bahnhof, der scheinbar auch kulinarisch einiges zu bieten hat, was ich jedoch nicht ausprobieren wollte. Stattdessen ging es unmittelbar heim.

9-erftstadt-bliesheim-weilerswist-27Ich habe übrigens vor, demnächst noch einmal hierher zurückzukehren und dann weiter an der Erft entlang Richtung Süden zu marschieren. Die Landschaft gefällt mir gut und durch die Zugverbindung ist man von Köln aus in einer knappen halben Stunde da. Mindestens ab hier ist der Weg dann auch ein Teil des Jakobswegs, denn offensichtlich führen quasi alle Wege nach Santiago de Compostela….